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Adventspranger

23. Vernazza

Unser Vernazza, irgendwie macht er uns sprachlos. Warum? Weil wir sehr erstaunt sind, wie er nun seine Aussagen wendet und der aktuellen Situation anpasst. Irgendwie finden wir das nicht so in Ordnung. Aber gucken wir mal genauer hin: Im Juli 2020 wussten wir noch nix von Omikron, den Langzeitfolgen oder sonstigen Auswirkungen von Covid-19. Doch Herr Vernazza sprach sich damals für die Durchseuchung der Jungen aus. Dies mag ein wenig hetzerisch dargestellt gewesen sein, doch am Inhalt ist nun mal nicht zu rütteln. Es macht es auch nicht besser, dass er im Nachhinein versucht, dies zu beschönigen. Schon gar nicht, da allgemein bekannt ist, dass er die Great Barrington Declaration unterschrieben hat.

Der bekennende Durchseuchungsfanatiker zitierte auch den Lieblingsarzt der Schwurbler, Bhakdi, welcher wie Vernazza behauptete, es bestehe eine Kreuzimmunität, so dass Covid von selbst verschwinden werde.

Mittlerweile ist dies in Studien widerlegt, jedoch, statt einzugestehen, dass er damals falsch lag, betont er lieber, wie frech es sei, seine Qualifikationen anzuzweifeln.

Kennen wir zur Genüge von den Herren dieser Generation. Irgendwann war man als Forscher und Arzt erfolgreich. Kaum ist eine Pandemie da, weiss man alles besser, als hochspezialisierte Fachpersonen – auch wenn das eigene Forschungsgebiet gar nichts mit der aktuellen Pandemie zu tun hat. Die echten Experten sagten 2020 ganz banal: Wir wissen es nicht, wir nehmen aber an, dass …

Ja, so antworten verantwortungsbewusste Menschen. Vernazza stellt sich aber lieber in die Reihe derjenigen, die sagen:

Ich habe mal was studiert, also weiss ich alles ein wenig besser und früher, bevor irgendwelche Daten oder Studien beendet wurden. ICH HABE DA SO EIN BAUCHGEFÜHL!

Er schwurbelt weiter, obwohl jederman klar ist: Das Coronavirus kann man nicht mit HIV vergleichen. Doch Vernazza ist das so lang wie breit – und er disqualifiziert sich damit selbst.

Was uns aktuell ein wenig stört, ist die Zugfahrt des mittlerweile pensionierten Vernazza. Während eine gesellschaftliche Debatte über das Maskentragen im Zug läuft, sitzen er und die Journalistin ohne Maske da – und verstossen somit bewusst gegen die Maskenpflicht im öV.

Nur Hetze und missverstanden, alles wird dem armen Mann im Munde verdreht. Er ist kein Durchseucher, schliesslich möchte er nur die Jungen mit einem multisystemischen Virus anstecken lassen.

Obwohl wir davon ausgehen, dass dieses Multisystemische bei ihm noch nicht so ganz angekommen ist.

Schliesslich werden wir uns alle früher oder später mit dem Virus infizieren! AHA – Vernazza hat anscheinend seine Quellen gewechselt und selbst festgestellt, dass die von ihm früher Zitierten bei allem falsch lagen und bedient sich nun bei Drosten. Immerhin! Doch leider scheint er nur das zu hören, was er möchte, den Drosten vertritt eindeutig die Meinung, dass man auch die Jungen nicht einfach durchseuchen darf, sondern mit aller Kraft schützen sollte.

Doch auch da scheint Herr Vernazza wieder viel mehr zu wissen als alle Fachexperten zusammen. Er bezeichnet Omikron schon mal als natürliche Impfung. Natürliche Impfung? Mit diesem Spruch würde jeder Medizinstudent hochkant durch die Prüfung rasseln.

Nun ja, was sollen wir dazu sagen als einfach: hört lieber nicht auf ihn. Impfen – egal in welchem Alter – ist nun mal die bessere Wahl für den Erstkontakt mit diesem Virus. Von endemisch sind wir leider noch weit weg; und von Herdenimmunität spricht nur noch Vernazza selbst.

Wir hoffen nun sehr, dass Herr Vernazza nun die Pension geniesst und geben ihm von Herzen einen Tipp mit:

Wer nicht mit der Presse spricht, muss sich 1 Jahr später auch nicht herauswinden wie ein Aal.

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