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Adventspranger

12. Wenn Ökonomen schustern

Habt ihr auch das Gefühl, in einer Zeitschleife festzustecken? Weil immer wieder dasselbe geschieht? Wenn sich die Déjà-vu häufen, fragen medizinisch vorbelastete Mitmenschen natürlich nach möglichen Gründen. Erschöpfung? Gut, könnte sein, zu sehen, wie unsere Regierung vor lauter Beobachtung das Handeln vergisst, kann durchaus zu Erschöpfungszuständen führen. Vergiftung schliessen wir mal aus. Oder doch eine Neurose?

Ein Thema, das diese Erinnerungsillusion leider immer wieder auslöst, sind Ökonominnen, die sich zu Problemstellungen der Epidemiologie, der Virologie, der Immunologie und anderem mehr äussern. Ob ihnen ihr Fachgebiet zu öde erscheint? Langeweile?

Konstantin Beck (Uni Luzern) trat mit Behauptungen zur Übersterblichkeit hervor, und zitierte zur Begründung unter anderem Bhakdi. Reiner Eichenberger (Uni Freiburg) plädiert aus Kostengründen für eine Durchseuchung grosser Teile der Bevölkerung. Und nun also auch Stefan Felder (Uni Basel). Er findet, an Schulen solle gar nicht mehr getestet werden. «Für unter 19-Jährige sei das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, eigentlich vernachlässigbar». Klar. Als Ökonom ist er auch berufen, zu entscheiden, was eine schwere Erkrankung ist. Eine Infektion mit einem neurotropen Virus, das bei 2–10 % der infizierten Kinder zu langanhaltenden Problemen, inklusive Schäden an Hirnnerven führen, ist also vernachlässigbar. Wir – und mit uns viele Eltern von betroffenen Kindern – sehen das etwas anders.

Ökonominnen würden wohl laut heulen, wenn die Naturwissenschaftlerinnen beginnen würden, die Ökonomie zu erklären – darum auch für Euch, werte Ökonominnen (und ja – die Ökonomen sind mitgemeint): Schuster, bleib bei deinen Leisten.

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